#03 Wie können wir in Zukunft früher in Rente gehen – und finanziell frei sein?

"Wenn wir also dahin kommen, dass die Leute ihre Finanzen in den Griff bekommen und in die eigene Hand nehmen."
Lazy Investors Gründer Dr. Anna Terschüren und Martin Eckhart

#03 Zukunftsfrage: Wie können wir in Zukunft früher in Rente gehen – und finanziell frei sein?

Über Anna und Eddy alias Lazy Investors

Dr. Anna Terschüren ist die Finanzexpertin des Teams, Martin Eckardt alias Eddy ist der Kreative und kümmert sich um den Blog und um die technische Unterstützung rund um das Webinar und den Online-Kurs der Lazy Investors.

Anna ist als Kind in den Zahlentopf gefallen, ihre Doktorarbeit hat sie mit Bestnote im Bereich Wirtschaftswissenschaften geschrieben und über Altersvorsorge so ziemlich jedes Buch verschlungen. Sie ist außerdem als Vice President Finance bei Jimdo.

Eddy ist Diplom-Ingenieur für Medientechnologie und arbeitet als Produktionsingenieur u.a. für die Tagesschau. In ihrem Bildungsprogramm für Finanzen und Altersvorsorge bringen die Beiden ihre Stärken zusammen.

Anna und Eddy, stellt euch und euer Projekt Lazy Investors doch bitte einmal vor.

Anna: Es fing alles an mit unserer Altersvorsorge. Es ging uns wie vielen anderen unserer Generation: Wir müssen privat vorsorgen. Hatten aber weder Bock noch Zeit für das Thema. Bei mir persönlich wurde es akut, als ich promoviert hatte. Dann dachte ich: So langsam bleibt Geld am Ende des Monats übrig, was will ich damit machen?
Dann habe ich mir einen Versicherungsmakler nach Hause eingeladen, bei dem ich dann eine Rentenversicherung abgeschlossen habe. Hinterher saß ich dann da und dachte mir: Geil, ich habe einen Doktor in Wirtschaftswissenschaften, aber ich verstehe diesen Versicherungsvertrag nicht und ich habe auch keine Lust, ihn weiterzulesen. Dann habe ich mit meinem Bruder telefoniert, der selbstständig ist und sich schon länger mit dem Thema beschäftigt. Er hat mir dann erzählt, wie er fürs Alter vorsorgt, und das fand ich so cool, dass ich mich mit Eddy darüber unterhalten habe. Eddy war in genau der gleichen Situation. Du wolltest auch vorsorgen, hattest aber noch weniger Lust auf einen Versicherungsmakler als ich.

 

Eddy: Genau.

 

Anna: Dann hat Eddy sich Bücher zum Thema gekauft und ich habe sie dann gelesen. Ich bin ja in den Finanzen zuhause und bin auf das Thema ziemlich steil gegangen. Ich habe alles Mögliche ausgerechnet, habe mit meiner eigenen Kapitalanlage angefangen. Eddy und ich wussten also, wie wir unsere Altersvorsorge regeln wollen und fingen damit an.
Immer, wenn es unter Freunden zum Thema Altersvorsorge kam und wir gefragt wurden, was wir machen, haben wir angefangen, sie zu coachen. Dann dachten wir: Ok, wir sollten Seminare geben. Wir haben mit Kollegen und Bekannten angefangen und wussten, dass wir es skalieren wollen, weil es so viele Menschen gibt, die da unsicher sind und dringend Hilfe benötigen. Und die so viel Mist erzählt bekommen von Bänkern und Versicherungsmaklern.
So haben wir als Lazy Investors den Online Kurs „How to make Altersvorsorge suck less“ entwickelt. Damit zeigen wir Menschen, wie sie sich eigenständig um ihre Altersvorsorge kümmern können. Dann ging das Ganze weiter mit dem Blog.

 

Eddy: Dadurch, dass wir uns viel mit unserer Altersvorsorge und mit Finanzen beschäftigen, können wir gut mit Geld umgehen. Wir haben uns gefragt, wie viel Geld man braucht, um glücklich zu sein. Dann haben wir das Thema Money Mindfullness um den Kurs herum gespannt. Wir finden das total spannend. Und mit diesen Inhalten haben wir unseren Blog aufgebaut, damit das Ganze nicht nur so technisch und faktisch ist.

 

Um damit die Leute da abzuholen, wo sie gerade sind. Sie auf den Weg zu bringen, etwas zu verändern, mehr zu sparen und ihr Bewusstsein zu verändern.

Eddy: Und zu zeigen, das Sparen auch Spass macht.

Dr. Anna Torschüssen Gründerin von Lady Investors Online Kurs zur Altersvorsorge

Sobald man das Gefühl von Kontrolle hat, machen Finanzen auch Spass. Aber solange wir uns alle in einer Grauzone bewegen, wo wir nicht so richtig Ahnung haben, schieben wir das gerne vor uns her.

Eddy: Wenn man ein Ziel hat und weiß, wofür man das macht, fällt das Sparen viel leichter.

 

Anna: Wir wollen mit Mythen aufräumen. Weil ich glaube, viele denken: Je mehr Geld ich habe, desto glücklicher bin ich, weil ich dann mehr konsumieren kann. Das ist aus unserer Sicht völliger Quatsch. Uns geht es darum, wie man ein sehr gutes Leben leben kann, ohne dass man dafür viel Geld braucht.

 

Eddy: So wenig Geld wie möglich für ein gutes Leben braucht.

Geld bedeutet Freiheit und Glück?!

Wie hängt Geld, Freiheit und Glück miteinander zusammen?

Anna: Im Grunde korrelieren Geld und Glück anders, als man meinen mag. Uns geht es weniger darum, möglichst viel Geld zu haben um möglichst viel konsumieren zu können.
Für uns bedeutet Geld zu haben, Freiheit zu haben. Insbesondere die Freiheit, über unsere Zeit zu entscheiden. Darum ist unser Ziel, uns früher als die Anderen aus Anstellungsverhältnissen lösen zu können, die einem nicht gefallen.
Glücklicherweise sind wir beide nicht in der Situation. Doch prinzipiell besteht die Möglichkeit, wenn man geschickt Geld spart und anlegt, früher aus dem Hamsterrad zu kommen, zu sagen: Ich stehe finanziell gut da, was will ich denn wirklich machen, welchen Projekten möchte ich mich widmen? Wie kann ich immer weiter Einkommen und Arbeit voneinander entkoppelt? Wenn ich das geschafft habe, kann ich mich Themen widmen, die vielleicht nicht lukrativ sind, die mir aber total liegen, die Spass machen und die sinnvoll für die Menschen um mich herum sind. Und das sind Themen, für die wir brennen und über die wir auch auf dem Blog schreiben.

Und da kommt euer Produkt ins Spiel: Die finanzielle Freiheit zu schaffen, früher in Rente zu gehen, oder früher aufzuhören, unbedingt viel Geld verdienen zu müssen.

Anna: Genau, das kommt ja nicht von alleine, ohne dass man aktiv wird. Doch bevor unser Produkt ins Spiel kommt, sollten die Menschen verstehen, dass es nicht darum geht, sein Einkommen zu optimieren. Also mehr Geld zu verdienen. Sondern es geht darum, die Ausgaben zu überdenken und sie in den Griff zu bekommen. Wir erklären also auch, wie man sparen kann und vernünftige Kaufentscheidungen trifft, die einem auch langfristig etwas bringen, und keine kurze Befriedigung sind.
Eddy: Es geht beim Sparen auch nicht um den Verzicht, also dass man sich alles vom Munde absparen muss, nur noch Spaghetti und Tomatensauce isst. Sondern, dass man einfach bewusst mit dem Geld umgeht und dafür Geld ausgibt, was einem Mehrwert gibt.

Ich habe auf eurem Blog gelesen, dass ein Auto keine gute Investition ist. Zumindest nicht langfristig gedacht, weil Folgekosten entstehen. Für alle Hörer, die gerade zuhören und sich ein Auto kaufen wollen…

Anna: Mach’s nicht. Wir haben auch keines.

Martin Eckhart Gründer von Lady Investors Weiterbildung zur Altersvorsorge

In Hamburg braucht man das ja auch nicht unbedingt.

Anna: Viel Fahrrad fahren. Da bleibt man gleichzeitig fit und es kostet nichts. Das sind alles Themen, die jeder für sich hinterfragen kann: Warum will ich das Auto eigentlich haben? Ist das nur, weil es für mich ein Statussymbol ist? Macht das wirklich Sinn? Darum geht es auch bei uns. Entscheidungen auf der Basis zu treffen: Was brauche ich wirklich, damit es mir gut geht und damit ich glücklich bin?

 

Eddy: Oder man macht Sachen, weil man denkt, man muss sie machen. Alle kaufen sich eine Immobilie. Ich habe das Gefühl, dass andere das Gefühl haben, sie müssten das machen, weils ja alle machen.

Gespartes Geld fließt in die Altersvorsorge

Weil es ja der deutsche Traum ist, ne? Eigenheim, Grundstück, Auto, Familie, und dann bist du fertig.

Eddy: Genau! Mag ja auch sein, dass das für einige stimmt. Aber das sollte jeder für sich herausfinden.

 

Anna: Und wenn man dann Geld freigesetzt hat und nicht mehr am Ende des Monats da steht und im Dispot ist, dann sollte man gucken: Was mache ich mit dem übrig gebliebenen Geld, damit es für mich arbeitet und ein passives Einkommen generiert? Das bedeutet, dass ich im Monat oder im Quartal mit Einkünften rechnen kann, die nicht an meine Arbeitsleistung gebunden sind, sondern weil mein Geld für mich arbeitet. Und da kommt unser kostenloses Webinar ins Spiel, wo man lernt, wie das strategisch funktioniert. Und das ganze Konzept dahinter haben wir uns nicht selber ausgedacht, sondern fußt auf Statistik und empirischer Forschung. Das ist gar nicht spannend, sondern im Gegenteil sehr umspannend, und das vermitteln wir. (lacht)

Was sind die nächsten Schritte nach eurem Webinar?

Anna: Im Grunde hat man nach dem Webinar verstanden, wie das passive Investieren funktioniert. Wir beschäftigen uns auch intensiv mit dem Thema Risiko. Davor haben viele Angst, vor dem Unbekannten.

Ja, zum Beispiel Aktien, die sind ja ständig im Wandel…

Anna: Ja, oh Gott. Genau, da sitzt man dann und hat Angst davor. Und die Angst wollen wir nehmen. Ich hoffe, das gelingt auch in unserem Webinar. Im nächsten Schritt kann man seine Altersvorsorge so gestalten, wie wir es tun. Wir haben dazu ja eine Menge gelesen und uns angeeignet. Das war ein langfristiger Prozess. Ohne meine Leidenschaft fürs Thema wäre es nicht so gut gelaufen. Darum kann man unseren Kurs erwerben, in dem wir in kleinen Lektionen vermitteln, wie Altersvorsorge funktionieren kann. Unser Kurs ist ein reines Bildungsprodukt.

 

Eddy: Hilfe zur Selbsthilfe.

Und danach kann man selbst aktiv werden und in Aktien investieren.

Anna: Ja, im weitesten Sinne.

Die Rentenaussichten für unsere Zukunft

Das Renteneintrittsalter steigt ja gefühlt jedes Jahr. Ihr habt das Ziel, früher in Rente zu gehen mit eurer Altersvorsorge.

Anna: Genau. Solange mein Arbeitsleben so verläuft wie jetzt, finde ich das super. Doch wenn die Zeiten sich mal ändern, und das wird ja irgendwann kommen, werde ich wahrscheinlich nicht mehr angestellt sein wollen. Dann ist es natürlich auch schön, wenn wir in Rente gehen können.

Doch bei uns ist das „in Rente gehen“ nicht so wie bei anderen Menschen. Wir wollen uns nicht auf Mallorca die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Vielleicht auch, aber viel mehr frei darüber entscheiden, was wir machen wollen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, in meinem Leben irgendwann nicht mehr zu arbeiten. Warum denn auch? Es macht mir ja total Spass. Wenn man das machen kann, was man will, dann ist das der Hammer!

Es ist ja auch gar nicht klar, wie viel Rente uns später überhaupt noch ausgezahlt werden kann.

Anna: Genau, darauf würde ich mich auch überhaupt nicht drauf verlassen.

Nach aktuellen Prognosen ist die Aussicht, dass unsereins im Renteneintritt noch 40% von seinem Nettoeinkommen als Angestellter bekommt.

Und ich glaube nicht, dass es mehr wird. Das ist mein persönlicher Tipp.

Das ist die Prognose für alle jetzt ungefähr 30-Jährigen.

Anna: Genau. Es fehlen uns dann 60% des Einkommens. Und darauf sollten wir es nicht ankommen lassen.

Absolut. Was ist eure Utopie vom Leben im Jahr 2030?

Anna: Ich glaube, dass wir selbst so leben und arbeiten können, wie wir Lust darauf haben. Wir können uns beide nicht vorstellen, nichts mehr zu tun und keinen Nutzen mehr zu stiften.
Ich möchte etwas tun, was sinnvoll ist für die Menschen. Das bewegt wahrscheinlich am Ende jeden Menschen.
Es wäre ein Traum, sinnvolle Dinge zu tun, die anderen Menschen helfen, und gleichzeitig Spass machen. Und ich möchte auch viel reisen, das machen Eddy und ich sehr gerne.
Mein Herz schlägt auch für ökologische Themen. Es war ja gerade der G20 Gipfel hier in Hamburg, der uns alle in Unruhe versetzt hat. Doch es gab eine ganz tolle Sache daran: Wir wohnen hier ja mitten auf der Schanze. Und von Mittwoch bis Sonntagnachmittag war es hier autofrei. Und es war wie im Paradies. Wir haben uns gefühlt wie im Urlaub. Mit dem Fahrrad auf der Straße, alle liefen kreuz und quer. Es war eine so losgelöste Stimmung, bevor die Krawalle losgingen. Das war wunderbar! Und ich dachte mir: Wir müssen da hinkommen, dass wir autofreie Städte schaffen. Das wäre so schön!

 

Eddy: Anna hat das schon sehr gut zusammengefasst. Es ist auch meine Utopie, dass wir noch mehr Zeit haben, der Menschheit mehr dienen zu können. Noch freier ohne Druck zu leben.

 

Anna: Es ist gerade an der Zeit, und das wollen wir beide mit unserem Projekt unterstützten, dass die Menschen finanziell mündig werden. Davon sind die meisten Menschen weit entfernt – in allen Bevölkerungs- und Bildungskreisen. Das geschieht durch mehr Information und dadurch, dass wir im wunderbaren Zeitalter des Internets Informationen für Verbraucher verbreiten können.
Es hat mal einer gesagt: Wir brauchen in Zukunft keine Banken mehr, wir brauchen nur noch Banking. Und das sehe ich auch so. Es wäre schön, wenn wir in Zukunft von diesen klassischen Systemen wegkommen, dass einige vermeintlich schlaue Berater Leuten etwas verkaufen, was sie nicht brauchen, was schlecht für sie ist, weil da nicht das Optimum für sie herausgeholt wird.
Wenn wir also dahin kommen, dass die Leute ihre Finanzen in den Griff bekommen und in die eigene Hand nehmen, dann wird die Industrie, die mit viel Verschleierung und Irreführung der Kunden arbeitet, kleiner.
Wir können auch gerne noch über das Steuersystem sprechen. Wir leben ja hier in einer globalisierten Welt, was ich ganz wundervoll finde. Doch wir haben immer noch nationale Steuersysteme. Das macht nicht so viel Sinn. Das heißt, wir müssten zu einem globalen Steuersystem kommen, um Gerechtigkeit zu schaffen. Und nicht zu ermöglichen, dass die, die am besten informiert sind und am findigsten sind, am meisten Steuern sparen. So läuft es ja jetzt.

Zum Beispiel das Konto ins Ausland zu legen?

Anna: Genau, zum Beispiel. Und das kann ich ehrlich gesagt auch verstehen. Man müsste eine globale Gerechtigkeit schaffen. Das ist wirklich eine Utopie. Hundertmilliarden Lichtjahre entfernt.

Danke Anna & Eddy für euere Zeit und euer Wissen, das ihr mit uns geteilt habt. Ihr bereichert unsere Zukunft!

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